Kapitel 5 - Akronym des Todes
Das wütende Krächzen eines unsichtbaren,
vielstimmigen Rabenchors, der sich um fette Beute zankte, erfüllte Sunetras
magisches Refugium. In der Mitte, kniend auf einem weichen Kissen, umgeben von
drei ineinander verflochtenen Kreisen aus brennenden Stumpenkerzen, die sie wie
ein stilisiertes Dreieck einrahmten, verharrte die junge weißhaarige Frau.
Schon seit Minuten murmelte sie fremdartige Worte, während sie in einem
Schüsselchen vor sich ein Pulvergemisch aus Kohle, Beifuß, Ingwer, Blut und
Haaren verbrannte. Leise hatte sie begonnen, steigerte sich aber schon bald in
einen geradezu manischen Singsang hinein, der von unkontrollierten Zuckungen
ihres Oberkörpers begleitet wurde.