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Mittwoch, 16. Oktober 2013

Unterm Messer



Kapitel 3 - Industrial Light & Magic 

Wie zu erwarten war Sven Niders alte Wohnung in Altona inzwischen wieder weiter vermietet worden. Eine blondierte und in den wildesten Farben gesträhnte, buntblusige Blödblinse namens Samantha Biwack glotzte debil aus der offenen Tür, als Sunetra und Lightning ihr als Reporter auf Storyhatz einen Besuch abstatteten. Dafür, dass wir uns mit dieser Nummer keinerlei Ergebnisse erhofft hatten, wurden wir reichhaltig entlohnt. Unser vercyberter Unbekannter hatte scheinbar keine lebenden Verwandten mehr gehabt, die hätten beerbt werden können. Vielleicht wusste man aber auch bloß nicht, wen man hätte informieren müssen. Jedenfalls hatte Frau Biwack noch eine große Kiste mit Krempel ihres Vormieters im Keller stehen und war froh sie den Journalistinnen von der Zeitschrift Critter & Hund für ihre Reportage über einen Großwildjäger, der ein Veteran der Eurokriege gewesen war, mitgeben zu können. Die Geschichte war so blöd, dass sie nicht mit einem einzigen Wort in Frage gestellt wurde. Sowas kann man sich einfach nicht ausdenken.        
           
Auf dem Weg zu einer Imbissbude durchstöberten wir auf der Rückbank den Inhalt der Kiste. Neben zwei Pokalen, die Sven Nider bei Körperverbesserungs-Bodybuilding-Wettbewerben gewonnen hatte, diversen Fotoalben mit professionell angefertigten Bildern seiner Cyberimplantat-Modelkarriere und Tand aus Shadowrunner Zeiten, befanden sich auch eine Reihe von Unterlagen darin. Unter Gehaltsabrechnungen, Urkunden, Behandlungs- und Wartungspläne seiner Körpermodifikationen, Kontoauszüge, nie eingelöste Rezepte für Medikamente zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen, trollte ganz unten eine Durchschrift des Vertrags mit Third-Life-Inc.. Das war es, was wir gesucht hatten.    

Samstag, 21. September 2013

Unterm Messer



Kapitel 2 - Ein Schritt vor und zwei zurück

            "Na das ist ja mal prächtig gelaufen! Und jetzt?! Was sollen wir deiner Meinung nach machen? Denn egal was wir anstellen, die werden Bescheid wissen. Weil sie uns jetzt als Köder benutzen werden. So schaut es nämlich aus. - Also sei nicht so blöd und ruf Frank mit einem verwanzten Komlink an!"    
            Viel weniger als ihre Worte, ging mir Alyssas Tonfall auf den Zeiger. In dem vergeblichen Versuch die Magierin zu ignorieren, schaltete ich mein Komlink ein und rief die Kontaktliste auf. 
            "Sag mal: Hörst du mir überhaupt zu!?", echauffierte sie sich, wobei ihre Stimme schriller wurde. Mein Geduldsfaden riss endgültig und ich antwortete ihr deutlich ungehaltener als ich gewollt hatte: "Ich hör dir schon zu, aber du sagst leider nichts, das hörenswert wäre. Seit zehn Minuten bist du dich unablässig am Beschweren, quengelst und jammerst uns die Ohren voll. Dir hat meine Performance in der Bib nicht gefallen? - Fein!
            Ist ja nicht so, als ob ich allzu viele Optionen gehabt hätte.
Du warst übrigens genauso wenig hilfreich in der Situation wie alle anderen. Wenn du dich im Selbstmitleid suhlen willst, weil wir einen auf den Sack bekommen haben, dann mach das!       
            Ich jedenfalls werde das nicht auf mir sitzen lassen. Diese Arschlöcher werden noch von mir hören, das verspreche ich dir! Also werde ich, statt die Hände in den Schoß zu legen, das einzig Richtige tun und mit der Mission weitermachen."         
            Von meinem Ausbruch verstört, begann Alyssa zu stammeln: "Aber dein... dein Komlink!"