Moin moin,
nach längerer Pause im Blog, wird es mal wieder Zeit für ein Status Update.
Sonntag, 6. März 2016
Samstag, 10. Oktober 2015
That's all, Folks! ... uhm almost...
![]() |
| Cover der Gesamtausgabe |
Seit dem Erscheinen des letzten Kapitels von "Schatten über Jigoku" ist inzwischen ein guter Monat vergangen. Es ist also längste Zeit für ein Update.
Samstag, 12. September 2015
Schatten über Jigoku
Kapitel 10 - Schrecken ohne Ende
Wo warst du, als die Welt unterging?
Der frisch gefallene Neuschnee knarzte unter ihren Winterstiefeln. Erbarmungslos pfiff der Ostwind über den Immanuel-Kant-Friedhof im Hamburger Stadtviertel Wandsbek. Er kündigte eine eisige Wetterfront an, die sich von Russland aus nach Westeuropa schob. Alyssa fröstelte und korrigierte den Sitz ihres Schals über der dicken Daunenjacke. Doch es war nicht nur das Wetter, das ihr zusetzte.
Schweren Herzens lenkte sie ihre Schritte an einer alten Krüppelkiefer vorbei zur Reihe Grabsteine dahinter. Nachdem sie etwas mehr als eine Minute gegangen war, erreichte sie eine Gruppe frisch angelegter Gräber. Im Gegensatz zu den anderen, kündeten keine steinernen Mahle von der Identität ihrer Bewohner, sondern schlichte Holzkreuze, die jemand mit wenig Liebe für die Verstorbenen schief und krumm in die Erde gerammt hatte. Niemand außer ihr hielt sich in diesem Teil des Friedhofs auf. Zumeist bettete man hier Runner zu ihrer letzten Ruhe. Für diesen Menschenschlag gab es selten positive Gefühle in der Bevölkerung. In diesem Metier bemühte man sich nach Leibeskräften erst gar nicht aufzufallen. Alles andere lockte meist bloß Probleme in Form von Konkurrenz, gegnerischen Teams, Missgunst und lokale Autoritäten an. Meist fielen nur die unangenehmen Exemplare in der Öffentlichkeit auf, berüchtigt für ihre Brutalität, Gier und Rücksichtslosigkeit.
Der frisch gefallene Neuschnee knarzte unter ihren Winterstiefeln. Erbarmungslos pfiff der Ostwind über den Immanuel-Kant-Friedhof im Hamburger Stadtviertel Wandsbek. Er kündigte eine eisige Wetterfront an, die sich von Russland aus nach Westeuropa schob. Alyssa fröstelte und korrigierte den Sitz ihres Schals über der dicken Daunenjacke. Doch es war nicht nur das Wetter, das ihr zusetzte.
Schweren Herzens lenkte sie ihre Schritte an einer alten Krüppelkiefer vorbei zur Reihe Grabsteine dahinter. Nachdem sie etwas mehr als eine Minute gegangen war, erreichte sie eine Gruppe frisch angelegter Gräber. Im Gegensatz zu den anderen, kündeten keine steinernen Mahle von der Identität ihrer Bewohner, sondern schlichte Holzkreuze, die jemand mit wenig Liebe für die Verstorbenen schief und krumm in die Erde gerammt hatte. Niemand außer ihr hielt sich in diesem Teil des Friedhofs auf. Zumeist bettete man hier Runner zu ihrer letzten Ruhe. Für diesen Menschenschlag gab es selten positive Gefühle in der Bevölkerung. In diesem Metier bemühte man sich nach Leibeskräften erst gar nicht aufzufallen. Alles andere lockte meist bloß Probleme in Form von Konkurrenz, gegnerischen Teams, Missgunst und lokale Autoritäten an. Meist fielen nur die unangenehmen Exemplare in der Öffentlichkeit auf, berüchtigt für ihre Brutalität, Gier und Rücksichtslosigkeit.
Donnerstag, 3. September 2015
Schatten über Jigoku
Kapitel 9 - Our Little Shop Of Horrors
Dick und zäh drückten sich
ölig riechende Rauchschwaden durch die zerschlissenen Papierwände der
Schiebetüren und wanderten träge zum zerstörten Garten, wo sie sich auflösten.
Sanadas Automatikgewehrfeuer und magische Geschosse aus dem Inneren des Tempels
hatten die Türen mehrfach perforiert. Entschlossen schob der Japaner ein
weiteres Magazin in seine Waffe und lud durch, während wir anderen die
Munition, die wir entbehren konnten, an ihn abgaben. Er würde sie dringender
brauchen als wir, wenn er unsere zahlreichen Feinde in Schach halten wollte.
Das würde uns die Gelegenheit geben, ihrem Boss auf die Pelle zu rücken.
„Und du bist dir ganz sicher?“, fragte ich über den Lärm hinweg.
„Ganz sicher. Ocyon ist in diesem Teil des Tempels.“
Sunetra zeigte auf die massiven Holzwände des Gebäudes, die nur hier und da von Oberlichtern durchbrochen wurden, und an schönen Tagen die Sonnenstrahlen im Morgengrauen herein ließen.
Sanada lehnte sich wieder aus seiner Deckung und bestrich den Raum dahinter mit einer Salve. Das wütend klingende Geschrei wurde noch ein wenig giftiger, aber es traute sich niemand zu uns herauszukommen. Soweit wir wussten, hatten sich dort lediglich Besessene verschanzt, was uns einen Vorteil verschaffte, denn sie bissen sich am Null-Magier die Zähne aus. Sie konnten so viele Manablitze, Energiegeschosse und was wusste ich noch alles auf ihn abfeuern, ohne dass er davon auch nur ein fitzekleines bisschen zu spüren bekam. Seine Aura absorbierte alles, was sie aufzubieten hatten. Es hätte ihn mehr gestört, wenn sie Kieselsteinchen geworfen hätten. Wahrscheinlich ahnten die Kerle nicht einmal, womit sie es zu tun hatten. Hatte sich Ocyon deshalb an die Front gewagt? Spürte er, dass etwas in der Nähe war, an dem selbst er sich die Zähne ausbeißen könnte? Ich beneidete den Japaner eine wenig um seine Fähigkeiten.
„Und du bist dir ganz sicher?“, fragte ich über den Lärm hinweg.
„Ganz sicher. Ocyon ist in diesem Teil des Tempels.“
Sunetra zeigte auf die massiven Holzwände des Gebäudes, die nur hier und da von Oberlichtern durchbrochen wurden, und an schönen Tagen die Sonnenstrahlen im Morgengrauen herein ließen.
Sanada lehnte sich wieder aus seiner Deckung und bestrich den Raum dahinter mit einer Salve. Das wütend klingende Geschrei wurde noch ein wenig giftiger, aber es traute sich niemand zu uns herauszukommen. Soweit wir wussten, hatten sich dort lediglich Besessene verschanzt, was uns einen Vorteil verschaffte, denn sie bissen sich am Null-Magier die Zähne aus. Sie konnten so viele Manablitze, Energiegeschosse und was wusste ich noch alles auf ihn abfeuern, ohne dass er davon auch nur ein fitzekleines bisschen zu spüren bekam. Seine Aura absorbierte alles, was sie aufzubieten hatten. Es hätte ihn mehr gestört, wenn sie Kieselsteinchen geworfen hätten. Wahrscheinlich ahnten die Kerle nicht einmal, womit sie es zu tun hatten. Hatte sich Ocyon deshalb an die Front gewagt? Spürte er, dass etwas in der Nähe war, an dem selbst er sich die Zähne ausbeißen könnte? Ich beneidete den Japaner eine wenig um seine Fähigkeiten.
Sonntag, 23. August 2015
Schatten über Jigoku
Kapitel 8 - Odyssee
Es
verzehrte sich nach Macht und darum war es.
Gezeugt von einer gewaltigen Explosion, geboren in den kalten Sphären des unendlichen Alls, von Sonnenwinden durch den Äther getrieben, zermalmt vom unermesslichen Druck eines Schwarzen Lochs, durch hunderte Dimensionen gepresst und von der Energie einer Singularität zu neuem Leben erweckt worden: Es war schon alt, als die Zeit ihren Anfang nahm, bevor sich der kosmische Staub zu gewaltigen Ansammlungen verdichtete, in denen wie von Zauberhand Fusionen starteten und sie zu Sonnen werden ließen, die gediehen, ihren rauschenden Höhepunkt feierten, schließlich ausbrannten und vergingen. Rote Riesen, Braune Zwerge und Pulsare waren die Kadaver, die von ihrem einstigen Ruhm zeugten.
Diejenigen, die es nicht schafften sich in Sonnen zu verwandeln, komprimierten sich zu geringeren Objekten, den Planeten. Doch bestimmten sie nicht ihr eigenes Schicksal. Sie ihrerseits folgten den Sternen, die sie eingefangen hatten. Ihr Aufstieg und Fall war an das ihres Herrn und Meisters geknüpft. So mussten auch sie vergehen, wenn ihre Sonne starb. Verwandelte sie sich in eine Nova, riss sie sie in einem letzen Aufbäumen mit sich ins Nichts. Zurück blieben nur stumme Gerippe, dem Vergessen anheimgefallen, von niemandem betrauert.
Gezeugt von einer gewaltigen Explosion, geboren in den kalten Sphären des unendlichen Alls, von Sonnenwinden durch den Äther getrieben, zermalmt vom unermesslichen Druck eines Schwarzen Lochs, durch hunderte Dimensionen gepresst und von der Energie einer Singularität zu neuem Leben erweckt worden: Es war schon alt, als die Zeit ihren Anfang nahm, bevor sich der kosmische Staub zu gewaltigen Ansammlungen verdichtete, in denen wie von Zauberhand Fusionen starteten und sie zu Sonnen werden ließen, die gediehen, ihren rauschenden Höhepunkt feierten, schließlich ausbrannten und vergingen. Rote Riesen, Braune Zwerge und Pulsare waren die Kadaver, die von ihrem einstigen Ruhm zeugten.
Diejenigen, die es nicht schafften sich in Sonnen zu verwandeln, komprimierten sich zu geringeren Objekten, den Planeten. Doch bestimmten sie nicht ihr eigenes Schicksal. Sie ihrerseits folgten den Sternen, die sie eingefangen hatten. Ihr Aufstieg und Fall war an das ihres Herrn und Meisters geknüpft. So mussten auch sie vergehen, wenn ihre Sonne starb. Verwandelte sie sich in eine Nova, riss sie sie in einem letzen Aufbäumen mit sich ins Nichts. Zurück blieben nur stumme Gerippe, dem Vergessen anheimgefallen, von niemandem betrauert.
Donnerstag, 6. August 2015
Schatten über Jigoku
Kapitel 7 - Tanz auf dem Grab
Wie
ich dieses Pisswetter hasste.
Seitdem wir das Mädchen im Dorf getroffen hatten, zog der Sturm über der Insel unentwegt Wolken zusammen, vermutlich für einen alles entscheidenden Angriff, um dieses Stückchen Dreck wieder in den Ozean zurück zu prügeln. Dichter Nebel kochte ein breiiges Süppchen, durch das dicke Regentropfen von weiter oben herunter kamen. Beschleunigt vom starken Wind peitschten sie wie Gewehrkugeln umher und zerplatzten trotzig auf unseren Helmen. Ich war heilfroh über die Schutzwesten, die wir trugen. Sie hielten neben dem Wasser auch einen Großteil der Kälte ab, die uns ebenfalls zuzusetzen begann.
Äste der umstehenden Bäume griffen gefährlich nach uns. Ein paar Mal krachten sie sogar auf die Stufen herab, weswegen wir erst den Weg frei räumen mussten, um weitergehen zu können. Und dann war da noch der Lärm, den das Wetter verursachte. Ein hohles, schrilles, modulierendes Pfeifen führte ein vielstimmiges Rascheln, Stöhnen, Knacken und Knarzen der Flora an, begleitet vom millionenfachen Trommeln der wässrigen Drumsets. Zusammen spielten sie die Uraufführung eines avantgardistischen New Age Stücks: dem Präludium zum WildCards Requiem. Es wirkt, als würde der Dschungel lebendig werden, um uns höchst selbst von Jigoku zu vertreiben.
Seitdem wir das Mädchen im Dorf getroffen hatten, zog der Sturm über der Insel unentwegt Wolken zusammen, vermutlich für einen alles entscheidenden Angriff, um dieses Stückchen Dreck wieder in den Ozean zurück zu prügeln. Dichter Nebel kochte ein breiiges Süppchen, durch das dicke Regentropfen von weiter oben herunter kamen. Beschleunigt vom starken Wind peitschten sie wie Gewehrkugeln umher und zerplatzten trotzig auf unseren Helmen. Ich war heilfroh über die Schutzwesten, die wir trugen. Sie hielten neben dem Wasser auch einen Großteil der Kälte ab, die uns ebenfalls zuzusetzen begann.
Äste der umstehenden Bäume griffen gefährlich nach uns. Ein paar Mal krachten sie sogar auf die Stufen herab, weswegen wir erst den Weg frei räumen mussten, um weitergehen zu können. Und dann war da noch der Lärm, den das Wetter verursachte. Ein hohles, schrilles, modulierendes Pfeifen führte ein vielstimmiges Rascheln, Stöhnen, Knacken und Knarzen der Flora an, begleitet vom millionenfachen Trommeln der wässrigen Drumsets. Zusammen spielten sie die Uraufführung eines avantgardistischen New Age Stücks: dem Präludium zum WildCards Requiem. Es wirkt, als würde der Dschungel lebendig werden, um uns höchst selbst von Jigoku zu vertreiben.
Freitag, 31. Juli 2015
Schatten über Jigoku
Kapitel 6 - In der Höhle des Löwen
Tausendfach spuckte uns der Pazifische
Ozean ins Gesicht, beziehungsweise versuchte er es mit bewundernswerter
Hartnäckigkeit. Doch jeder einzelne Spritzer scheiterte an der Frontscheibe
unseres Schnellbootes. Sanada hatte es kurzfristig besorgt, zusammen mit weiterer
Ausrüstung, die wir womöglich auf unserem Trip gebrauchen konnten.
Als hätte das Meer von unseren Absichten gewusst, stemmte es sich uns mit aller Gewalt entgegen- Einem bösen Omen gleich verfinsterten Wolkenbänder wie mehrlagige, schwere Vorhänge den Himmel, um Largo die Sicht zu erschweren. Zusätzlich prasselte ein unangenehmer Nieselregen auf uns nieder. Die Tropfen schienen jedoch den physikalischen Eigenschaften von Dihydrogenmonoxid zu trotzen. Anstatt einfach von den Scheiben abzuperlen und sich am Heck des Schiffs mit ihren Genossen zu vereinen und ins Meer zurück zu hüpfen, bildeten sie einen öligen Film, den auch die Scheibenwischer nicht vertreiben konnten. Am Ende erschwerten die schmierigen Schlieren, die dabei entstanden, die Sicht nur noch mehr. Schließlich gab Largo auf und konzentrierte sich auf die Daten, die ihm die Außenkameras und seine vorausgeflogenen Überwachungsdrohnen übermittelten. Die kleine FlySpy hatte Schwierigkeiten bei der aktuellen Wetterlage mitzuhalten, aber die deutlich größere Wartungsdrohne, die der Rigger von Yoshis Schrottplatz mitgenommen hatte, verrichtete ohne Murren ihren Dienst.
Als hätte das Meer von unseren Absichten gewusst, stemmte es sich uns mit aller Gewalt entgegen- Einem bösen Omen gleich verfinsterten Wolkenbänder wie mehrlagige, schwere Vorhänge den Himmel, um Largo die Sicht zu erschweren. Zusätzlich prasselte ein unangenehmer Nieselregen auf uns nieder. Die Tropfen schienen jedoch den physikalischen Eigenschaften von Dihydrogenmonoxid zu trotzen. Anstatt einfach von den Scheiben abzuperlen und sich am Heck des Schiffs mit ihren Genossen zu vereinen und ins Meer zurück zu hüpfen, bildeten sie einen öligen Film, den auch die Scheibenwischer nicht vertreiben konnten. Am Ende erschwerten die schmierigen Schlieren, die dabei entstanden, die Sicht nur noch mehr. Schließlich gab Largo auf und konzentrierte sich auf die Daten, die ihm die Außenkameras und seine vorausgeflogenen Überwachungsdrohnen übermittelten. Die kleine FlySpy hatte Schwierigkeiten bei der aktuellen Wetterlage mitzuhalten, aber die deutlich größere Wartungsdrohne, die der Rigger von Yoshis Schrottplatz mitgenommen hatte, verrichtete ohne Murren ihren Dienst.
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