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Mittwoch, 18. Juni 2014

Eine Woche Ewigkeit





Kapitel 3 –Unverhofft kommt oft



            Freitag 08:40 Uhr



            Am Ende einer langen Nacht des geschäftigen Suchens nach Beute legte sich der Fuchs im Unterholz des Wäldchens zur Ruhe. Zwei magere Wühlmäuse hatte er in ihren Verstecken aufgestöbert und anschließend im spärlichem Mondschein verspeist. Ein voller Magen sieht anders aus, aber verhungern würde er heute nicht. Nein, Hunger würde er nicht mehr leiden müssen, aber wenn das Tier geahnt hätte, dass es gerade seine Henkersmahlzeit zu sich genommen hatte, es wäre die Sache mit mehr Genuss angegangen. Hätte sich Zeit gelassen statt die grauen Nager gierig hinunter zu schlingen. Aber da der Fuchs nichts von seinem Schicksal wissen konnte, rollte er sich erschöpft zusammen und schloss die Augen. Wahrscheinlich hätte er sein Ende sogar im Frieden des Schlafs gefunden, wenn ihn nicht ein Geräusch aufgeschreckt hätte. Sofort war er hellwach. Die Ohren aufrecht gestellt, den Kopf in die Höhe gereckt, horchte er in den Wald hinein. Was war das? Es hatte wie knackendes Holz geklungen. Ein Geräusch, das für gewöhnlich von schweren Schritten verursacht wurde. War jemand in seiner Nähe? Menschen etwa?           
            Vorsichtig schnupperte der Vierbeiner aus der Familie der Hundeartigen, konnte aber keine entlarvenden Gerüche ausmachen. Zu seinem Unglück ging dem Tier der Intellekt ab, die Quelle des Geräuschs mit der Windrichtung zu kombinieren. So entging ihm die lebensrettende Erkenntnis, dass sich ihm jemand aus der Richtung näherte, in die der Wind blies. So aber trug er den Geruch des Angreifers von dem Fuchs fort.    

Sonntag, 10. März 2013

Einmal Schwarzwald und zurück




 Kapitel 1 - Wir sind dann mal weg...
          "Mach doch endlich mal diesen verdammten Krach aus!" Nur mit Mühe konnte ich Alyssas Schrei vom Rücksitz aus wahrnehmen. Viel zu laut beschallten die Lautsprecher des Rover die Fahrgastzelle. Abgesehen davon kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Klickend rastete der Lautstärkeregler des Autoradios ein und die Musik verstummte. "Mann, Largo, was ist DAS denn für ein derbes Geschredder?"
          "'Ripped Throat Raping Ghouls'. Die Knüppeln live noch derber aufs Trommelfell ein."  
          Immer noch in mich hinein giggelnd wischte ich mir mit dem Handrücken Tränen aus den Augen und versuchte dabei die Straße im Blick zu behalten.   
          "Cyberporn-Grind, ja?!" Beim Aussprechen des Genrenamens musste ich wieder lachen. Ebenfalls amüsiert entfernte Largo seinen Musikdatenstick aus dem Radio.
"Bin über eine Musikempfehlung von Sunetra drüber gestolpert."
          "Echt? Du hörst auch so einen Scheiß?"
Der einzige Mensch in unserer Gruppe wandte sich der Elfin entsetzt zu. Unbeeindruckt gab diese eine eindrucksvolle Kostprobe des Gesangs solcher Bands wieder - sofern man das Gegrunze und Gejaule so bezeichnen möchte.
          "Ach - du - scheiße! OK, ich glaub dir ja, dass du den Mist wirklich hörst."         
          "Es kann ja nicht jeder Enya hören, wie du."  
Abwehrend warf die Zauberin die Hände in die Luft: "Nur weil ich EIN Album von ihr hab..." Allerdings musste auch sie nun lachen.   
          Ja, wir hatten zur Abwechslung richtig gute Stimmung, denn wir machten Urlaub. Da wir auf unserem letzten Run ziemlich übel zugerichtet worden waren, würden uns ein paar Tage Ruhe sicherlich gut tun. Nachdem wir Aan und ihren Mann Juan am Hafen abgeliefert hatten, war unser Auftrag beendet, denn das Paar galt nun offiziell als vermisst, die Geschäftspartner ihres Vaters waren tot und von uns war nur noch die Hälfte einsatzbereit. Netterweise bezahlte uns Onkel Herb für die gesamte Woche und etwa vierzehn Tage später bekamen wir über Tyler einen Umschlag zugeschickt. Darin war eine Postkarte von Aan und ein Lotterielos. Normalerweise gewinne ich nicht mal abgelaufene Affenscheiße. Darum war ich sehr überrascht, als mich letzten Freitag eine E-Mail darüber informierte, dass wir eine Reise in den Schwarzwald gewonnen hatten.