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Sonntag, 10. März 2013

Viel Feind - viel Ehr!


            Sanft schaukelte die Dead Man's Hand auf der Ostsee hin und her, als sich eine Drohne mit der Silhouette einer Hummel aus der mit Rauputz verkleideten Wand löste. An zwei hakenartigen Gebilden unter ihrem Bauch war eine metallene Düse befestigt, die das Ende eines Schlauchs bildete. Sie schwebte zu dem Nordwerft Wind Schnellboot herüber und verharrte vor einer schmalen Öffnung. Dort angekommen veränderte sie die Ausrichtung der Düse um etwa vierzig Grad nach unten und führte sie in den Tankstutzen ein. Abschließend schoben zwei kleine Greifärmchen einen Verschluss nach vorne, der rasend schnell auf das an der Bordwand befestigte Gewinde geschraubt wurde. Nun versiegelt, begann der Roboter umgehend Treibstoff mit hohem Druck in den Tank des Schiffs zu pressen. Aus müden Augen blickend, standen wir etwas abseits am Pier der Bootstankstelle und sahen dem Schauspiel der Drohne zu. Die Ereignisse der letzten Tage hatten uns mehr mitgenommen, als uns lieb war.
            Nicht nur Piraten wollten uns ans Leder, nein auch die Vollversammlung der Wassergeister erwartete uns als schwimmenden Snack zur Halbzeitpause. Nur mit viel Glück waren wir ohne eine Schramme da durch gekommen. Und als wir endlich des nachts in Kopenhagen angekommen waren, tauchte dieser Japaner - Yashida Himoto - auf, der steif und fest behauptete der Verlobte unserer elfischen Spruchschleuder zu sein. Doch diese Enthüllung war nicht Schock genug. Nein! Ihm auf den Fersen waren auch noch irgendwelche Fremden, die uns mit einem Containerkran am Hafen den Garaus machen wollten.

Einmal Schwarzwald und zurück



Kapitel 6 - Das alte Rein-Raus-Spiel
C-Level

          Routine. Das war es, was Paul Adams an seinem Job am meisten schätzte und was er in den letzten achtzehn Stunden so schrecklich vermisst hatte.      
          Seit mehr als drei Jahren leitete er die Sicherheitskräfte der geheimen Forschungseinrichtung mitten im Niemandsland des Schwarzwaldes und nie war es auch nur zu dem geringsten Zwischenfall gekommen. Nie wurden die Experimente der Magier gestört und es gab keine Beschwerden. Herrlich langweilig war es gewesen und darauf war Paul mächtig stolz. Doch seit letzter Nacht stand seine wohlsortierte und geordnete Welt Kopf.        
          Statt Stille erfüllte nun geschäftige Betriebsamkeit die Gänge der Anlage und über jedem Handgriff und jedem Gespräch lag eine ungewohnte Nervosität. Hektisch sicherten die Sesselfurzer unter den Augen der Wachmannschaften alle Daten, katalogisierten das Inventar und packten die wichtigsten Sachen vorsorglich ein. Kurz: man bereitete sich darauf vor die geheime Anlage zu evakuieren, denn sie war nicht länger geheim. Die Flucht der fünf Testpersonen war für seine Abteilung geradezu beschämend gewesen, zumal sie auch noch fünf Tote zu beklagen hatten. Beim Gedanken an die Schreiben, die er den Angehören zustellen würde müssen, wurde Paul wütend.
          Inständig hoffte er, dass das Aufräumkommando, das 'BlackTechs' Mutterkonzern 'AG Chemie' aus Ludwigshafen kurzfristig eingeflogen hatte, erfolgreich war und die Ausreißer finden konnte - auch wenn die Anwesenheit der Söldner ihn an sein Versagen erinnerte.        
          Es beunruhigte ihn, dass sie sich noch nicht zurückgemeldet hatten. Nur zu gerne würde er die Notevakuierung abblasen und die erlittene Blamage zumindest teilweise wieder auszubügeln.   
          Wenn er sich im Augenblick nur nicht so nutzlos fühlen würde.    
          Unschlüssig und nur oberflächlich ging er einige Berichte durch, um erfolglos das Treiben um ihn herum auszublenden, als die Glastür zur Sicherheitszentrale zur Seite glitt und Herbert mit zwei gepanzerten Söldnern  den Raum betrat. Sein Kollege hatte ebenfalls schon bessere Tage erlebt. Ständig fummelte er mit seinen Händen an der Krawatte und blickte ängstlich zu Boden.
Zwei weitere Söldner bezogen vor der Tür Posten. Ein Stein fiel Paul vom Herzen. Beinahe übermütig sprang er aus seinem Bürostuhl auf und grüßte militärisch.
Hoffentlich hatten sie gute Nachrichten

Einmal Schwarzwald und zurück


 Kapitel 5 - Grillen wie die Spartaner
          Wenn man in der Unterzahl und zudem noch waffenmäßig unterlegen ist, sollte man besser die Beine in die Hand nehmen, schön den Mittelfinger zeigen und das Weite suchen.     
          Blöd ist aber, wenn man sich nicht mehr verpissen kann. Nach unserer Flucht aus der 'Life Research Independent Ltd.'-Anlage wurde uns klar, dass uns diese Dreksäcke nicht in Ruhe lassen würden. Im Bewusstsein, dass zumindest Cones und meine Identität kein Geheimnis mehr waren und die Nummernschilder unserer Vehikel sie geradewegs ins stinkende Hamburg führen würden, mussten wir schnell handeln. Um ihren Schaden zu minimieren hatten sie uns sicherlich bereits ein Aufräumteam auf den Hals gehetzt.       
          Sie wähnten uns auf der Flucht - ein Umstand den wir uns zunutze machen konnten. Da Angriff bekanntlich die beste Verteidigung ist, heckten wir einen Plan aus, um die Konzernsöldner in eine Falle zu locken. 

          Tief im Wald auf einer Lichtung, inmitten eines gigantischen Funklochs, in dem Komlinks nur auf kurze Distanz funktionierten, befand sich eine Grillhütte. In erster Linie für Trolle konstruiert, war sie deutlich größer und geräumiger als gewohnt, aber am Ende auch nicht mehr als eine Feuerstelle mit einem lecken Dach darüber.
Der Ort war perfekt für einen Hinterhalt. Nun mussten die Gegner nur noch wissen, wo wir waren.     
          Sunetra hatte für den zu erwartenden gegnerischen Magier im Astralraum Brotkrümel ausgelegt, während wir anderen im Dorf keinen Hehl daraus gemacht hatten, wo wir hin wollten - sicher ist sicher. 
          Offiziell wollten wir wandern und etwas Wild jagen. Dazu hatten wir einem alten Ork einige Tierfallen und sein noch älteres Jagdgewehr mit Zielfernrohr abgeschwatzt. Und um die Runde der Wissenden noch zu erhöhen haben wir uns beim Trollmetzger im Dorf gleich noch einen Schwung Fleisch gekauft, damit wir auf alle Fälle was zum Grillen dabei hatten.   
          Wir hofften, dass der Gegner nach einem Interview der Dorfbewohner dachte, dass wir glaubten vor ihnen in Sicherheit zu sein und sie in uns nur einige unbedarfte Trottel sahen.