Dienstag, 22. Oktober 2013

Hast du 'nen Schatten?!



     Dumm kommen wir auf die Welt. Und wenn wir ehrlich sind, bleiben die meisten das auch ihr Leben lang. Manch einer stirbt sogar in dümmerem Zustand als er geboren wurde. Darum will ich meinen Teil dazu beitragen das Gegenteil zu bewirken, indem ich ein klein wenig Wissen in die WeltWeiteWundertüte hinaustragen.
      Da es sich bei WildCards um einen Kurzgeschichtenblog handelt, dessen Erzählungen im Shadowrun Universum angesiedelt sind, wird es nach mehr als einem Jahr des Schreibens endlich Zeit ein Paar Worte über ebenjenes Universum zu verlieren. Dieser Eintrag soll all jenen einen kompakten Überblick verschaffen, die bei all dem Gerede über Magier, Sprawls und Matrix nur Bahnhof verstehen. Daher beschränke ich mich auf die notwendigsten Informationen. Die, die man braucht, um bei dem Kram auf diesem seltsamen Blog durchsteigen zu können. 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Unterm Messer



Kapitel 3 - Industrial Light & Magic 

Wie zu erwarten war Sven Niders alte Wohnung in Altona inzwischen wieder weiter vermietet worden. Eine blondierte und in den wildesten Farben gesträhnte, buntblusige Blödblinse namens Samantha Biwack glotzte debil aus der offenen Tür, als Sunetra und Lightning ihr als Reporter auf Storyhatz einen Besuch abstatteten. Dafür, dass wir uns mit dieser Nummer keinerlei Ergebnisse erhofft hatten, wurden wir reichhaltig entlohnt. Unser vercyberter Unbekannter hatte scheinbar keine lebenden Verwandten mehr gehabt, die hätten beerbt werden können. Vielleicht wusste man aber auch bloß nicht, wen man hätte informieren müssen. Jedenfalls hatte Frau Biwack noch eine große Kiste mit Krempel ihres Vormieters im Keller stehen und war froh sie den Journalistinnen von der Zeitschrift Critter & Hund für ihre Reportage über einen Großwildjäger, der ein Veteran der Eurokriege gewesen war, mitgeben zu können. Die Geschichte war so blöd, dass sie nicht mit einem einzigen Wort in Frage gestellt wurde. Sowas kann man sich einfach nicht ausdenken.        
           
Auf dem Weg zu einer Imbissbude durchstöberten wir auf der Rückbank den Inhalt der Kiste. Neben zwei Pokalen, die Sven Nider bei Körperverbesserungs-Bodybuilding-Wettbewerben gewonnen hatte, diversen Fotoalben mit professionell angefertigten Bildern seiner Cyberimplantat-Modelkarriere und Tand aus Shadowrunner Zeiten, befanden sich auch eine Reihe von Unterlagen darin. Unter Gehaltsabrechnungen, Urkunden, Behandlungs- und Wartungspläne seiner Körpermodifikationen, Kontoauszüge, nie eingelöste Rezepte für Medikamente zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen, trollte ganz unten eine Durchschrift des Vertrags mit Third-Life-Inc.. Das war es, was wir gesucht hatten.    

Samstag, 12. Oktober 2013

Samstag, 21. September 2013

Unterm Messer



Kapitel 2 - Ein Schritt vor und zwei zurück

            "Na das ist ja mal prächtig gelaufen! Und jetzt?! Was sollen wir deiner Meinung nach machen? Denn egal was wir anstellen, die werden Bescheid wissen. Weil sie uns jetzt als Köder benutzen werden. So schaut es nämlich aus. - Also sei nicht so blöd und ruf Frank mit einem verwanzten Komlink an!"    
            Viel weniger als ihre Worte, ging mir Alyssas Tonfall auf den Zeiger. In dem vergeblichen Versuch die Magierin zu ignorieren, schaltete ich mein Komlink ein und rief die Kontaktliste auf. 
            "Sag mal: Hörst du mir überhaupt zu!?", echauffierte sie sich, wobei ihre Stimme schriller wurde. Mein Geduldsfaden riss endgültig und ich antwortete ihr deutlich ungehaltener als ich gewollt hatte: "Ich hör dir schon zu, aber du sagst leider nichts, das hörenswert wäre. Seit zehn Minuten bist du dich unablässig am Beschweren, quengelst und jammerst uns die Ohren voll. Dir hat meine Performance in der Bib nicht gefallen? - Fein!
            Ist ja nicht so, als ob ich allzu viele Optionen gehabt hätte.
Du warst übrigens genauso wenig hilfreich in der Situation wie alle anderen. Wenn du dich im Selbstmitleid suhlen willst, weil wir einen auf den Sack bekommen haben, dann mach das!       
            Ich jedenfalls werde das nicht auf mir sitzen lassen. Diese Arschlöcher werden noch von mir hören, das verspreche ich dir! Also werde ich, statt die Hände in den Schoß zu legen, das einzig Richtige tun und mit der Mission weitermachen."         
            Von meinem Ausbruch verstört, begann Alyssa zu stammeln: "Aber dein... dein Komlink!"           

Montag, 19. August 2013

Unterm Messer




 Kapitel 1 - ARGUS Whitechapel
            Professor Doktor Markus Brandhorst fühlte sich zur Abwechslung wunderbar. Alles lief nach Plan und er konnte in Ruhe - und das bedeutete ganz alleine - im Labor arbeiten. Das Projekt an dem er die letzten achtzehn Monate so beharrlich geforscht hatte, war endlich in der finalen Phase angelangt. Sofern die Tests wie erwartet positiv ausfielen, konnten die Feldstudien mit den lebenden Patienten beginnen.  
            Für gewöhnlich arbeitete der Arzt solo, wenn er den dem Labor angeschlossenen Operationssaal nutzte. Wann immer er die Wahl hatte, zog er die Einsamkeit der Gesellschaft vor. Ohnehin bestand sie am Institut lediglich aus bestenfalls leidlich gebildeten Kollegen, die ihn mit dämlichen Fragen belästigten. Generell waren ihm andere Menschen nur im Weg. Mehr noch: er fühlte sich in ihrer Gegenwart unwohl. Während andere geradezu leichtfüßig um die Fettnäpfchen und Stolperfallen im Minenfeld der zwischenmenschlichen Kommunikation tanzten, schien er sie magisch anzuziehen. Roboter, Akten, komatöse Patienten, noch lieber waren ihm Leichen oder einzelne Organe – damit konnte er umgehen. Sein Ungeschick im sozialen Bereich ging so weit, dass er sogar seine Anschlussrehabilitation abgebrochen hatte. Allerdings glich seine Abreise mehr einer Flucht als einem strategischen Rückzug.         

Donnerstag, 18. Juli 2013

Back in Black




          Dunkelgraue bis schwarze Wolken, die den Himmel verstecken. Ein Nieselschauer, der die Kleidung über die Dauer der Zeremonie durchweicht und im Duett mit einem unerbittlich pfeifenden, eisigen Wind die Kälte bis in die Knochen treibt. So sehen Hollywoods Konventionen für eine anständige Trauerfeier aus. Doch weder waren wir in Amerikas Traumfabrik, noch wollten wir einen billigen Trivid-Film drehen. Dies war die Wirklichkeit - und die war auch an einem sonnigen Juli Tag schon kaum zu ertragen. Wer also der Meinung ist, dass gefälligst beschissenes Wetter zu herrschen habe, wenn man einem Freund das letzte Geleit gibt, der ignoriert einfach die Tatsache, dass ein laues Lüftchen die Blätter der Bäume rascheln ließ, Vöglein lustig zwitscherten und nicht eine einzige Wolke den blauen Himmel bedeckte.       
            Knapp zwei Wochen waren seit dem schicksalhaften Abend vergangen, an dem ein Neonazi meinem Cousin Cone aus nächster Nähe ein halbes Magazin in den Rücken entleert hatte. Das elende Dreckschwein war zwar von Sunetra in seine molekularen Einzelheiten zerlegt worden, aber das brachte unseren Freund leider nicht wieder zurück. Nun blieb uns nichts anderes übrig, als dem groben Klotz einen würdigen Abschied zu bereiten.    

Dienstag, 9. Juli 2013

Breit gemacht auf dem Kindle


              Hallo, Freunde der E-Book-Reader,
nach langem Hin und Her hab ich mich endlich mal mit Calibre und diversen anderen Programmen auseinander gesetzt, gerungen, geflucht, ein wenig gejammert und gebettelt, und ... jedenfalls ist endlich der erste Band der Wild Cards auch als E-Book erhältlich.